Kälteexposition hat viele gesundheitliche Vorteile. Kalte Duschen und Eisschwimmen beeinflussen die Stimmung, verbessern die Stresstoleranz und lindern Schmerzen. Besonders Menschen mit chronischen Schmerzen profitieren von regelmäßiger Kälteexposition und viele haben damit auch gegen Schlaflosigkeit geholfen. Forschungsergebnisse bestätigen diese gesundheitlichen Vorteile.
Eisschwimmen ist eine traditionelle Methode, um die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken. Viele Finnen sind davon überzeugt, dass Schwimmen im eisigen Wasser durch regelmäßige Kälteexposition die saisonale Grippe besiegen kann. Forschungsergebnisse stützen diese Annahme, obwohl es unmöglich ist, aus diesen Erfahrungen Schlussfolgerungen zu ziehen. Es stimmt jedoch: Kälteexposition stärkt die Abwehrkräfte.
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Bei Kälteeinwirkung freigesetzte Hormone sind gut für den Körper
Bei Kälte wird das sympathische Nervensystem des Menschen aktiviert und die Nervenenden setzen Noradrenalin frei, das nachweislich eine schmerzlindernde Wirkung hat. Kälte beeinflusst auch die Neurotransmitter des Gehirns, die sich auf die Stimmung auswirken. Das bei Kälte vom Gehirn freigesetzte Endorphin lindert Schmerzen und verbessert die Stimmung. Wiederholte Kälteeinwirkung erhöht zudem die Kälteresistenz, verbessert die Stresstoleranz und erhöht die Schmerzschwelle.
Die Kälteexposition sollte schrittweise erfolgen, jeder in seinem eigenen Tempo. Beim ersten Versuch kann eine Kälteexposition, wie ein Bad in eiskaltem Wasser, eine unangenehme Reaktion hervorrufen, bei der die Atmung unregelmäßig wird und die Herzfrequenz steigt. Bei wiederholter Kälteexposition wird die Schockreaktion jedoch schlechter oder verschwindet ganz.
Die Kälteexposition erfordert immer eine gewisse Gewöhnung an die Kälte und kann sehr individuell sein. Nur regelmäßige Kältebehandlungen haben nachweislich gesundheitliche Auswirkungen, obwohl selbst ein Bad im eiskalten Wasser bereits eine sehr erfrischende Erfahrung ist.

Erst in die Sauna, dann ins eiskalte Wasser
Zur finnischen Saunakultur gehört es, sich zwischen den Saunagängen abzukühlen. Viele Eisschwimmer gehen danach auch gerne in die Hitze einer Sauna. Haben Kälteexposition und Saunabaden gemeinsam nachweislich Auswirkungen auf die Gesundheit?
Das ist noch nicht erforscht, aber es ist trotzdem eine sehr angenehme Angewohnheit. Jeder kann selbst beurteilen, ob die Kombination von Kälte und Wärme für ihn am besten ist. Ich persönlich empfehle, nach der Kältebehandlung nicht mehr in die Sauna zu gehen, damit die gesundheitlichen Vorteile der Kälte zum Tragen kommen. Dies reduziert auch das Schwitzen danach.
sagt Dozentin Pirkko Huttunen, welche die Kälteexposition untersucht hat.
